Vielleicht kennst du das Gefühl: Du hast von EMDR gehört, spürst, dass da etwas für dich sein könnte – und trotzdem bleibt eine Frage im Kopf hängen.
«Was passiert da eigentlich genau mit mir?»
Ein ganz natürlicher Gedanke. Gerade wenn ein Thema neu und noch ein bisschen unbekannt ist, hilft es, zu wissen, was dich erwartet. Deshalb nehme ich dich in diesem Artikel mit durch eine typische EMDR-Sitzung – Schritt für Schritt, ehrlich und ohne Fachchinesisch.
Vor der ersten Sitzung: Das kostenlose Kennenlerngespräch
Bevor es überhaupt losgeht, gibt es bei mir immer ein unverbindliches, kostenloses Kennenlerngespräch. Hier lernen wir uns in Ruhe kennen, du erzählst mir, was dich beschäftigt, und wir schauen gemeinsam, ob EMDR für dich und dein Anliegen der richtige Weg ist.
Es gibt keinen Druck. Nur Raum für deine Fragen.
Schritt 1: Anamnese und Zieldefinition
Zu Beginn der Begleitung nehmen wir uns Zeit, um zu verstehen, worum es wirklich geht. Welche Themen belasten dich? Welche Muster wiederholen sich in deinem Leben? Woran möchtest du arbeiten?
Diese Phase ist wichtig, damit wir gezielt und sicher vorgehen können. EMDR ist kein Werkzeug, das man einfach "anwendet" – es ist eine Methode, die behutsam auf dich und dein Thema abgestimmt wird.
Schritt 2: Stabilisierung und Ressourcenaufbau (wenn nötig)
Je nach Thema und Intensität bauen wir vor der eigentlichen Verarbeitung gemeinsam innere Sicherheit auf: Wir erarbeiten Ressourcen und Techniken, die dir helfen, dich jederzeit selbst zu beruhigen und zu stabilisieren.
Das ist aber kein fixer Schritt, den es immer braucht. Bei manchen Themen steigen wir direkt in die Verarbeitung ein – etwa, wenn eine klar umrissene Angst vorliegt und dein System grundsätzlich stabil ist. Bei anderen, gerade bei besonders belastenden oder über viele Jahre gewachsenen Themen, ist dieser Zwischenschritt entscheidend, damit du dich während der ganzen Begleitung sicher fühlst. Wir entscheiden das gemeinsam – ganz danach, was für dich und dein Thema stimmig ist.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Bei Bettina M., die eine sehr schwierige Kindheit mit frühen Trennungserfahrungen und tief sitzenden Schuldgefühlen mit sich trug, war dieser Aufbau von innerer Sicherheit ein wichtiger erster Schritt, bevor wir an die eigentlichen Themen herangingen. Bei anderen Klient:innen, etwa bei einer klar abgegrenzten Angst vor einer bestimmten Situation, kann die Verarbeitung dagegen schon in der ersten Sitzung beginnen. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch – nur das, was für dich gerade passt.
Schritt 3: Die eigentliche EMDR-Verarbeitung
Jetzt kommt der Kern der Methode. Während du dich mit einer belastenden Erinnerung oder einem Thema verbindest, arbeite ich mit dir mit bilateraler Stimulation – einem abwechselnden Reiz auf beiden Körperseiten. Das kann durch sanftes, rhythmisches Berühren geschehen, zum Beispiel an den Oberschenkeln oder Ellenbogen, oder mit sogenannten Pulsatoren: kleine Geräte, die du in beiden Händen hältst und die abwechselnd sanft vibrieren. Beides aktiviert beide Gehirnhälften und unterstützt dein Nervensystem dabei, das Erlebte neu zu verarbeiten.
Um dir eine Vorstellung zu geben, wie sich das anfühlen kann, vergleiche ich den Prozess gerne mit einer Zugfahrt. Das Thema, an dem wir arbeiten, ist der Ausgangsbahnhof. Wenn der Prozess beginnt, fährt der Zug los. Auf der Reise ziehen Gedanken, Bilder, Gefühle oder Körperwahrnehmungen an dir vorbei – manche laut und deutlich, andere ganz leise. Es gibt Zwischenstopps, an denen wir kurz innehalten. Und manchmal führt die Strecke durch einen Tunnel – dann "siehst" du vielleicht gerade nichts Konkretes.
Das ist kein Stillstand. Die Reise geht trotzdem weiter, bis wir gemeinsam am Endbahnhof ankommen.
Du musst dabei nichts leisten oder "richtig machen". Dein System weiss von selbst, wie Verarbeitung geht – meine Aufgabe ist es, dich sicher durch diese Reise zu begleiten.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Saskia P. kam zu mir, weil sie starke Angst entwickelt hatte, seit ihr Partner bei einem Rennradunfall verletzt wurde – jede weitere Ausfahrt löste bei ihr innerlich eine regelrechte Tortur aus. Während der EMDR-Verarbeitung tauchte für sie überraschend ein ganz anderes, älteres Thema auf, das sie nie mit dieser Angst in Verbindung gebracht hätte. Der Zug nahm also eine unerwartete Abzweigung. Erst als auch dieses ursprüngliche Thema verarbeitet war, löste sich die Panik beim Thema Rennrad vollständig auf – nach nur zwei Sitzungen. Genau das ist oft das Spannende an EMDR: Manchmal führt die Reise zu einem ganz anderen Bahnhof, als man zu Beginn erwartet hätte.
Schritt 4: Nachbesprechung und Integration
Nach der Verarbeitung nehmen wir uns Zeit, das Erlebte einzuordnen. Wie fühlst du dich jetzt? Was hat sich verändert? Diese Phase hilft dir, das Neue zu integrieren und den Alltag danach gut zu meistern.
Wie lange dauert eine EMDR-Sitzung?
Das lässt sich nicht pauschal sagen – und genau das ist auch gut so. Die Sitzung dauert so lange, wie der Prozess braucht. Mal ist ein Thema nach 90 Minuten spürbar leichter, mal braucht die Reise deutlich länger. Es hängt ganz davon ab, was sich zeigen möchte und wie dein System damit umgeht.
Wichtig ist mir dabei eines: Wir hetzen nicht. Lieber nehmen wir uns die Zeit, die es wirklich braucht, als mittendrin abzubrechen.
Ist EMDR anstrengend?
Das kann es sein – und das ist völlig normal. Bei EMDR wird auf einer tiefen Ebene im Nervensystem verarbeitet, und das kostet Energie. Wie anstrengend sich das anfühlt, ist von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich: Manche sind danach ruhig und erleichtert, andere spüren erstmal Müdigkeit.
Ein Bild, das ich dafür mag: Stell dir einen Splitter im Finger vor. Um ihn wirklich loszuwerden, muss man die Wunde manchmal erst öffnen – vielleicht kommt auch etwas Eiter mit heraus. Das fühlt sich im Moment nicht unbedingt angenehm an. Aber genau das braucht es, damit die Wunde danach wirklich heilen kann, statt immer wieder zu schmerzen.
So ähnlich funktioniert auch EMDR: Was verarbeitet werden will, darf zunächst spürbar werden – damit es danach wirklich gehen kann. Ich begleite dich durch den gesamten Prozess und du bist nie allein damit.
Bereit für den ersten Schritt?
Wenn du magst, schau dir gerne meine Coaching- und EMDR-Begleitungen an und finde heraus, welche Form der Begleitung zu dir passt. Oder vereinbare direkt ein kostenloses, unverbindliches Kennenlerngespräch – ich freue mich auf dich.
Alles Liebe, Mareike
